Propolis – was ist das eigentlich?

Und wozu brauchen Bienen Propolis?

Was ist Propolis?
Arbeiterbienen am Bienenstock.

Die von Bienen hergestellte Substanz Propolis fasziniert mit vielen positiven Aspekten: Neben der antibiotischen, antiviralen Wirkung ist Propolis auch pilzhemmend. Klingt nach einem richtigen Wundermittel, oder? Aber wie stellen die Bienen es her?

Bienen bestäuben nicht nur Blumen, sondern sammeln während ihren Rundflügen auch Harz von Bäumen und Knospen und bringen ihn in den Bienenstock, wo dieser von einer anderen Biene weiterverarbeitet wird. Mit Bienenwachs, Blütenpollen, Flavonoiden (Pflanzenstoffen) und Speichel vermischt, entsteht durch den Verdauungsprozess der kleinen Insekten das fertige Produkt – welches unter anderem auch Vorstoß, Stopfwachs, Bienenharz, Bienenleim, Kittharz oder Kittwachs genannt wird. Die Zusammensetzung der verschiedenen Inhaltsstoffe kann dabei stark variieren, da diese vom Sammelort, der Pflanzenquelle und der Jahreszeit abhängig sind. Zudem ist diese noch nicht komplett erforscht, man weiß aber, dass die harzartige Mischung aus mehr als 300 Komponenten besteht.

Der Name Propolis kommt übrigens aus dem Griechischen und bedeutet übersetzt „vor der Stadt“, wobei pro = vor und polis = Stadt bedeutet. Die Bedeutung ist insofern sehr passend, da das Kittwachs zur Verkleinerung der Eingänge des Bienenstocks genutzt wird und zum Schutz gegen Eindringlinge dient, die nicht in die „Stadt“ – also den Bienenstock – gelangen sollen. Es wirkt wie ein desinfizierendes Fußbad, damit die vielen Arbeiterbienen keine Keime oder andere schädliche Mikroorganismen mit in den Bau bringen.

Was kann Propolis?

Neben der Schutzfunktion dient das Naturheilmittel vor allem dazu, Krankheiten vorzubeugen. Bei ungefähr 35 °C und einer sehr hohen Luftfeuchtigkeit herrschen im Bienenstock perfekte Bedingungen, damit sich Keime und Viren verbreiten können. Damit dies nicht passieren kann, werden verschiedene Oberflächen des Baus mit Propolis überzogen. Bakterien, Pilzsporen und schädliche Mikroorganismen werden so eliminiert. Und das überaus erfolgreich: 1960 untersuchte der französische Professor Rerny Chauvin schädliche Erreger auf Insekten und konnte auf Bienen keine einzigen feststellen. Bei bis zu 60.000 Bewohnern in einem Stock eine starke Leistung.

Hat es doch mal ein Eindringling in den Insektenbau geschafft, beispielsweise eine Maus, so kann dieser aufgrund seiner Größe oft nicht von den Bienen abtransportiert werden. Damit alle ausgehenden Gefahren eliminiert werden, wird der Störenfried komplett mit Propolis einbalsamiert. Schon im alten Ägypten haben die Menschen diese Fähigkeit zur Mumifizierung genutzt.

Schon ziemlich faszinierend, oder?

Alles in allem ist Propolis also ein sehr komplexer Wirkstoff, der maßgeblich zur Erhaltung der Bienen mit beiträgt. Bei den vielen positiven Wirkungen ist es auch kein Wunder, dass das Kittharz auch immer mehr Anwendung bei uns Menschen findet.