Gelée Royale Gewinnung (die Ernte)

Wie funktioniert die Gewinnung von Gelée Royale?

Gelée Royale Gewinnung mit Weiselzellen
Gelée Royale Gewinnung mit Weiselzellen- Autor: Waugsberg, Titel: Weiselzellen 68a

Bei diesem Bienenprodukt handelt es sich um einen Futtersaft für Bienenköniginnen und junge Bienenlarven. Allerdings lagern Bienen diesen nicht. Aus diesem Grund wird die Ernte deutlich aufwendiger. Bei Bienen entsteht einmal im Jahr der sogenannter Schwarmtrieb. Dabei teilt sich das Volk auf und die Königin fliegt mit einem Teil des Volkes weg und sucht nach einer neuen Unterkunft.
Da jedes Volk eine Königin benötigt, züchten die Bienen direkt neue Königinnenlarven heran. Die erste geschlüpfte Königin nutzt anschließend ihren Stachel um ihre Mitbewerberinnen zu töten. Diesen Zeitraum der Entwicklung zu einer Königin kann der Imker ausnutzen, indem er neue künstliche Königinnenzellen mit einer Larve hinzufügt. Diese auch genannten Weiselzellen (zusätzliche Königinwaben) entfernt der Imker wieder nach drei Tagen, nimmt die Larve heraus und saugt das Bienenprodukt mit einer Absaugvorrichtung ab.
Indem der Imker die Königin aus einem Volk entfernt, führt er die Anzucht von neuen Königinnenlarven künstlich herbei. Diese Vorgehensweise sehen einige Experten sehr kritisch, da der Verlust einer Königin für das Volk immer sehr viel Stress zur Folge hat.

Wo wird Gelée Royale hergestellt?

Bienen stellen den Futtersaft hauptsächlich für die Ernährung ihrer Königin her (allgemeine Informationen über Bienenmilch). Forscher haben es bis heute noch nicht geschafft die Substanz im Labor nachzubauen, da die Inhaltsstoffe noch nicht vollständig aufgeschlüsselt sind. Dadurch ist die Gelée Royale Gewinnung nur mit einem Bienenvolk möglich. Das hat zur Folge, dass die Menge des Königinnensaftes durch die Bienenstöcke limitiert ist. Pro Bienenstock kann der Imker circa 500g pro Saison ernten.

Im Vergleich zur Honigernte ist die Ernte hier allerdings zeitaufwendig und kompliziert. Der Großteil der Imker in Deutschland betreiben die Bienenhaltung nur als Hobby und für die Ernte von dem Futtersaft benötigt der Imker spezielle technische Geräte. Deshalb stammt der Großteil im deutschen Handel aus China (ca. 90%). Durch die schwere Beschaffung erreicht der Weiselsaft  Preise zwischen 100€ und 130€ pro Kilogramm.

Was sind die Qualitätsunterschiede?

Die gewonnene Substanz ist lichtempfindlich und wird daher in braunen oder violetten Flaschen gelagert. Die optimale Aufbewahrungstemperatur beträgt 4 – 7°C und die Haltbarkeit liegt bei circa sechs Wochen. Für das Bienenprodukt existiert eine internationale ISO-Norm (ISO 12824:2016). Unterschieden wird hierbei in zwei unterschiedliche Qualitäten. Diese differenzieren sich durch die unterschiedliche Fütterung des Volkes. Bei der höheren Qualitätsstufe erhalten die Bienen nur natürliche Nahrung – im Gegensatz zur zweiten Stufe, bei welcher die Bienen zusätzlich eine Futterlösung erhalten. In der Produktbeschreibung findet man diese Information leider meistens nicht. Beim Kauf solltest Du beachten, ob das Bienenprodukt auf Tierarzneimittelrückstände oder Pyrrolizidinalkaloide untersucht wurde. Diese Information findest du in der Artikelbeschreibung.

Video zur Gewinnung von Bienenköniginnensaft

In diesem Video beschreibt ein Imker, wie er an die Bienenmilch heran kommt. Dadurch kannst du dir den Ernteprozess besser vorstellen.