Die Weißtanne ist verantwortlich für den Tannenhonig

Tannenhonig

Eine der unter Imkern wohl am meist geschätzten Honigsorten ist der besondere Tannenhonig. Wie der Name schon verrät, führt dieser Honig in die Süddeutschen Wälder, doch wie wird dieser Honig gewonnen? – Denn die meisten Nadelbäume verfügen ja ganz klar nicht über nektarspendende Blüten.

Tannenhonig Herstellung

Der Prozess, der hinter der Gewinnung von Tannenhonig steckt, ist äußerst kompliziert. Dies führt dazu, dass der Honig so besonders und auch selten ist. Für die Herstellung ist die Weißtanne (abies alba) sehr entscheidend, denn der Honig wird hauptsächlich von dieser seltenen Tanne gewonnen. Diese gedeiht am besten im mild-feuchten Klima der Alpenregionen, was den Schwarzwald zu ihrem Zuhause macht. Tannenhonig wird ebenso wie Waldhonig aus Honigtau gewonnen, doch Tannen produzieren nur unter ganz bestimmten klimatischen Bedingungen einen solchen Tau. Wird dieser Tau produziert, so sammelt er sich an den Nadelspitzen und wird genüsslich von der Tannenhoniglaus und der Tannenrindenlaus verspeist. Diese scheiden die unverdauliche Flüssigkeit aus. Daraufhin wird der so genannte Honigtau von Bienen und anderen Insekten eingesammelt. Den fortlaufenden Prozess zur Herstellung von Honig ist recht ähnlich zu jedem anderen Waldhonig und ist hier einzusehen: Honigsorten! Um diesen Artikel jedoch komplett zu machen wird hier die weitere Tannenhonig Herstellung in Kurzform geschildert: Der, von der Tannenhoniglaus ausgeschiedenen, Honigtau wird von den Sammelbienen im so genannten Honigmagen gesammelt. Dort wird er mit Enzymen und Fermenten angereichert. Im Bienenstock wird der angereicherte Honigtau ausgewürgt und von den Arbeiterbienen wieder aufgenommen. Nun wiederholt sich der Prozess. Im Honigmagen werden wiederum Enzyme und Fermente angereichert und wieder ausgewürgt. Je öfter dieser Prozess durchlaufen wird, desto dickflüssiger wird der Tannenhonig.

Tannen erzeugen unter den richtigen Bedingungen "Siebröhrensaft". Dieser wird von Insekten, wie zum Beispiel der Tannenlaus, aufgenommen. Die Laus verarbeitet den Saft und scheidet ihn als "Honigtau" wieder aus. Die Biene sammelt den Honigtau und verarbeitet ihn zu Honig.
Schaubild zur Tannenhonig Herstellung durch die Weißtanne.

Geschmack und Aussehen des Tannenhonigs

Doch der Tannenhonig ist nicht nur was seine Gewinnung betrifft etwas ganz Besonderes, auch seine Optik und vor allem sein Geschmack sprechen für sich. Öffnet man ein frisches Glas, so steigt einem sofort der frische Duft von Tannennadeln in die Nase. Auch seine außergewöhnliche schwarz-braun-grüne Farbe deuten auf ein außergewöhnliches Geschmackserlebnis hin. Das starke Aroma der frischen Tannennadeln vermischt mit feinen Nuancen von Karamell erfüllen all das, was man sich von einem frischen Tannenhonig erhoffen könnte und lassen ein jedes Honig-Liebhaber Herz höher schlagen.